Freitag, 15. November 2013

Nordic Walking Halbmarathon Deutsche Meisterschaft, von Sleepwalker

Am Samstag, 19.10. um 13 Uhr war es soweit: der Startschuss zur Deutschen Meisterschaft im Halbmarathon in Hausen im (schönen Donau-)Tal fiel. Mitten im Teilnehmerfeld auch 2 Erkelenzer: Walter und ich . Beileibe nicht die einzigen mit weiter Anreise. Die weiteste hatten die Teilnehmer aus Litauen, 1500km um dann außer Konkurrenz zu starten, zwei Tage später 1500 km wieder nach Hause zu fahren – das wäre es mir nicht wirklich wert gewesen.
Die Strecke führte zu gut 80% quer durch den Wald, 20% entlang der Donau auf Asphalt und Schotter, Wiese und Schlammkuhle. Eine echte Herausforderung, „äußerst anspruchsvoll“ war die einhellige Meinung der Teilnehmer und auch der alte und neue Deutsche Meister Michael Epp war voller Respekt. Insgesamt fast 480 Höhenmeter, über rund 2km ansteigend, um dann in 150m im Gefälle wieder auf Donau-Niveau zu kommen – das hatte es in sich.
Für mich kam es dabei, wie es kommen musste: ich holte mir bei einem „Fehltritt“ im Wald gegen einen Stein einen Schlag am linken Knie weg. Beim Gefälleteil rutschte ich so tief in die Zehenbox meiner Schuhe, dass ich mir eine äußerst schmerzhafte Schürfwunde am kleinen Zeh zuzog. Wegen der Schmerzen habe ich meine Technik so vernachlässigt, dass die 20 Kampfrichter auf der Strecke mich mehrmals zur korrekten Ausführung der Stockbewegung auffordern „mussten“ (das eine oder andere Mal meiner Meinung nach nicht gerechtfertigt), so dass ich einer Disqualifikation zuvor kam und meine Startnummer samt Transponder auch mit Rücksicht auf meine Gesundheit abgab und damit das Rennen bei fast exakt der Hälfte aufgab.
Walter jedoch kam mit einer tollen Zeit ins Ziel: 2:53:24
Das heißt: Platz 85 insgesamt und Platz 10 AK M 45
Ich bin so stolz auf ihn: Bis auf eine Übungsstunde mit einem Profi hat er sich die Technik selbst erarbeitet und wurde nur ein einziges Mal auf mangelnden Stockeinsatz hingewiesen, was bedeutete: keine Verwarnung! Keine Strafrunde, wie sie so einige drehen mussten.
Hätten wir zum Trainieren andere Möglichkeiten – da wäre echt noch reichlich Luft nach oben!
Und ich? Naja, ich hab wegen der Enttäuschung, es (wie beim Marathon-Debüt am Rursee vor 4 Jahren) wieder nicht zu Ende gebracht zu haben – fast eine halbe Stunde lang einfach nur geheult.
Aber, nachdem Walter nach dem Zieleinlauf in unserer Ferienwohnung geduscht hatte, hat es mich dann doch gepackt. Das konnte es nicht gewesen sein!



Also, Zähne zusammengebissen, Tape auf die Knie, Pflaster auf die Zehe und die Laufschuhe noch mal geschnürt. So lange alle gemütlich im Zelt bei Bier, Pommes, Würstchen, Kaffee und Kuchen auf die Siegerehrung warteten, ging ich noch einmal auf die Piste.
Knapp 91 Minuten später hab ich die 10,8 verbleibenden Kilometer (den letzten im Stockfinstern) als RunWalk in umgekehrter Richtung zu Ende gelaufen. Das Gefälle zur Steigung gemacht fiel mir alles viel leichter. Zusammen mit meiner Teil-Zeit vom Mittag ergibt sich für mich damit rund 3:20h für den Halbmarathon, damit wäre ich in meiner AK auf dem Treppchen gelandet. Bin ich aber halt nicht. Aber: ich HABE es zu Ende gebracht, und wenn meine Blessuren verheilt sind, (sind natürlich durch den zweiten Teil des Laufs nicht besser geworden) kann ich auch wieder trainieren und mich auf die DM im kommenden Jahr vorbereiten. Und meine Finisher-Medaille hat mir der Deutsche und Weltmeister tags darauf beim Techniktraining persönlich um den Hals gehängt, ich hab sie über meine stolz geschwellte, mit dem orange-schwarzen Finisher-Shirt bekleidete Brust gehängt. Schließlich hab ich ja gefinisht – irgendwie…



Vor dem Start
Nach der 1. Runde


Nach der 3. Runde


im Ziel


Nach der Siegerehrung mit dem Weltmeister, alten und neuen Deutschen Meister Michael Epp.

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