Sonntag, 14. Juni 2015

Die Hitzeschlacht im Bayrischen Wald am 13.06.2015, Roding

Seit Bekanntgabe des Termins war mein Trainingsziel für dieses Jahr klar: Start am 13. Juni bei der 1. Internationalen Deutschen Meisterschaft im Nordic-Walking Halbmarathon in Roding. Nun ist ja Roding nicht mal gerade um die Ecke und da hieß es am Freitag, 12. Juni sehr früh aufstehen und die knapp 600 km hin fahren. Die Anreise war problemlos und Dank meines Navis habe ich mich nicht verfahren. Und Dank geschmeidig laufenden Verkehrs war ich auch schon um 13:30 Uhr vor Ort beim City Fit der Mühlbauer AG, um die Startunterlagen abzuholen. Dies ging zügig über die Bühne und ich hatte noch reichlich Zeit, um mir den Start- und Zielbereich anzusehen. Hier war fast alles schon aufgebaut. Auf dem Rückweg zum Wagen traf ich auch die ersten Teilnehmer von MI-KA Sports und wir unterhielten uns etwas. Danach bezog ich meine Wohnung, heißt: ich habe meine ganzen Sachen hochgetragen und teilweise auch gleich ausgepackt. 

Die Eröffnungsfeier sollte um 18 Uhr stattfinden und anschließend war die Pasta Party im City Hotel – meine erste Pasta Party überhaupt! Auf dem Weg dorthin traf ich dann auch die übrigen MI-KAs die es sich in einem Eiscafé bequem gemacht hatten. Wir unterhielten uns und ich wurde denen vorgestellt, die mich noch nicht kannten. Kurz vor 18 Uhr traf dann auch zu meiner Freude der alte Deutsche Meister und Weltmeister Michael Epp mit seiner Frau Karin ein. Wir kennen uns seit der DM in Hausen im Oktober 2013 und haben seit dem lockeren Kontakt.

Nach dem Einmarsch der Nationen bei der Eröffnungsfeier hielten Bürgermeister Franz Reichold , der Chef der Mühlbauer AG Josef Mühlbauer und Dirk Grimm (verantwortlicher Organisator) Reden. Der Einmarsch der Nationen war schön bunt: Kinder trugen in der jeweiligen Landestracht die Fahnen der teilnehmenden Nationen. Nach einer Vorführung des City Fit ging es mit Blasmusik zum City Hotel wo das Pasta-Essen stattfand.











Wir suchten uns einen Platz so weit wie möglich von der Blasmusi weg, schließlich wollten wir uns unterhalten. Für die Pasta hatte ich im Vorfeld Gutscheine bekommen, Getränke gab es zu zivilen Preisen (Cola 0,3l 2 € und 0,5 l Bier zu 3€). Zu meiner Überraschung gab es aber keine Nudeln (irgendwie hatte ich mit Pasta Party halt Nudeln in Verbindung gebracht), sondern Lasagne in vegetarisch und mit Fleisch. Ist sowieso nicht so mein Fall und vor einem Wettkampf finde ich es eher riskant wegen des hohen Fettgehalts – aber es ging zum Glück alles gut.
In lustiger Runde saßen wir noch bis ca. 20.30 Uhr zusammen und quatschten. Viele bekannte Gesichter fielen mir auf, einige Nordic Walker aus NRW waren wohl tatsächlich aufgrund meiner ausgelegten Flyer angereist.
Anschließend ging ich dann wieder zur Wohnung packte meine Sachen für den Wettkampf und ging schlafen.

Und natürlich war auch am Wettkampftag frühes Aufstehen Pflicht – schließlich sollte um 9 Uhr der Startschuss fallen. Und so machte ich mich nach einem leichten Frühstück auf den Weg zum Start.
Ich war, wie immer, zeitig vor Ort. Startnummer hatte ich ja bereits und so konnte ich in Ruhe noch ein paar Fotos machen. Die anderen MI-KAs trafen dann auch nach und nach ein. Wir unterhielten uns kurz und dann war es Zeit sich warm zu machen. Warm machte sich auch das Wetter. Die Temperaturen waren inzwischen schon fast auf 20 Grad geklettert. Um 8:45 Uhr ging es dann zur Startaufstellung. Es wurde in 4 Blöcken gestartet. Ich reihte mich in den 2. Block ein. Pünktlich ab 9 Uhr fielen die Startschüsse mit Abstand von 1 bis 1,5 Minuten je Block.
Die perfekt ausgeschilderte Strecke bestand zum größten Teil aus Waldboden und Schotter und nur zu ca. 5% aus Asphalt. Der Weg führte uns teilweise in langen Geraden durch den Wald und vor dem Zieldurchlauf (immerhin 4x) gab es einige Serpentinen, damit die kilometrierte Streckenlänge erreicht wurde.
Es wurden 4 Runden gelaufen, eine mit ca. 2km und 3 mit ca. 6km Länge. Die großen Runden waren etwas anspruchsvoller und hatten insgesamt ca. 300 bis 350 Höhenmeter in oft langestreckten Steigungen. Auf der Strecke waren ca. 30 Kampfrichter per Fahrrad und zu Fuß unterwegs. Es konnte wirklich keiner schummeln und laufen und auch die korrekte Nordic-Walking-Technik wurde bewertet. Verstöße führten zu Verwarnungen und nach der 2. Verwarnung hieß es: Duschen gehen. Dieses Schicksal ereilte einige Starter.

Im Laufe des Wettkampfs stiegen die Temperaturen auf ca. 28 Grad, gefühlt aber weit darüber. Es wehte kaum ein Lüftchen und dazu war es dann auch noch ziemlich schwül.  Dankbar griff ich an jedem Wasserstand zu, immerhin gab es sie alle 2km. Die ersten Runden gingen noch einigermaßen, aber dann musste auch ich dem Wetter Tribut zollen und in der letzten Runde das Tempo raus nehmen. Ab da war mein Motto nur noch: gesund ankommen und im Rhythmus bleiben!
Das haben aber wohl nicht alle so gesehen. Eine Favoritin auf den Titel, eine Frau mit jahrelanger Sporterfahrung, musste wohl wegen Dehydrierung aufgeben. Sie war anscheinend auf der Strecke bewusstlos geworden und musste mit dem Rettungswagen abgeholt werden. Im Ziel wurden auch öfter die Sanitäter zu Leuten gerufen, die sich übernommen hatten. Ein Segen waren sie jedoch nach einer Behandlung und Flüssigkeitszufuhr nach einiger Zeit wieder wohlauf.
Meine Endzeit war 2:49:39 Stunden. Womit ich aufgrund der Witterungsverhältnisse vollkommen zufrieden bin. Ich wurde 14. meiner Altersklasse und 82. bei den Herren. Es sind 105 ins Ziel gekommen und bei den Damen 41. Elf Sportler mussten auf Grund Witterung und Verletzung aufgeben und einige wurde verwarnt und disqualifiziert. Zu meiner großen Freude erhielt ich weder eine Ermahnung noch eine Verwarnung!





Nach dem Zieleinlauf gab es Äpfel, Bananen, Müsli-Riegel, alkoholfreies „Finisher Bier“, Wasser und ISO-Getränk. Außerdem konnte man sich die Waden oder Rücken massieren lassen – ein Angebot, das ich sehr gerne genutzt habe.









Der alte und neue Deutsche Meister und mehrfacher Weltmeister Michael Epp mit mir vor dem Start.




Insgesamt ein PERFEKT organisierter Lauf. So ein riesen Event kann nur reibungslos verlaufen, wenn das Organisationsteam voll hinter dem Projekt steht, viele im Team selbst erfahrene Sportler sind und, nicht zuletzt, die finanziellen Mittel vorhanden sind (heißt: genügend potente Sponsoren). Mein ganz großes Lob und Dankeschön gilt allen Helferinnen und Helfern, allen voran dem Hauptorganisator Dirk Grimm und der Mühlbauer AG für die großzügige Unterstützung. Besser kann man eine solche Veranstaltung nicht ausrichten!

Im Anschluss an die DM fanden noch die Läufe statt. Es war heiß, ich hatte Durst, ich hatte Zeit – also gab es nur eine Option: EIS. Nach dem Duschen und Umziehen hatte ich mich also mit anderen MIKAs für 16 Uhr in einem Eiscafé in Roding verabredet. Wir genossen Eis und leckeren Kaffee im Schatten der Schirme. Es waren auch einige der anderen deutschen Teams anwesend und mit angeregten Gesprächen und vielen netten Kontakten und Bekanntschaften wurde die Wartezeit sehr kurzweilig und um 17: 30 Uhr brachen wir dann auf, um zur Siegerehrung auf dem Gelände der Mühlbauer AG zu fahren.







Vor der Siegerehrung wurden noch einige Reden gehalten und die Spendenschecks für lokale und internationale Projekte und Einrichtungen vergeben. Es wurden viele bedacht. So gingen unter anderem an die BRK Hundestaffel, einige Schulen und Kindergärten zwischen 500 € und 1200€, die Erdbebenhilfe für Nepal 11.000 € für eine Wasseraufbereitungsanlage und ISNA El Salvador erhielt 25.000 $. Die Sponsoren hatten rund 40 000 € gespendet, der Betrag wurde von der Mühlbauer AG auf glatte 100 000 € aufgestockt.


Dirk Grimm, verantwortlicher Organisator.

Bürgermeister der Stadt Roding Franz Reichold.

Josef Mühlbauer





Die Stimmung bei der Siegerehrung war super. Obwohl dieses Mal personell nicht so stark vertreten, hatte MI-KA Sports gut abgeschnitten. Die Herrenmannschaft wurde Vizemeister. Michael Epp wurde Gesamtsieger (also ist der alte wieder der neue Deutsche Meister – Glückwunsch!). Insgesamt holten wir 4 DM Titel, 2 Vize-Titel und einen 3. Platz. Wir waren insgesamt mit leider nur mit 14 Sportlern am Start, da viele an diesem Wochenende nicht konnten. Wäre ich nicht eingebrochen in der letzten Runde wäre eine einstellige Platzierung für mich möglich gewesen. Meine Altersklasse war sehr stark besetzt.

Hier die Bilder aller MI-KAs, die auf dem Treppchen standen.


Gesamtsieger Michael Epp

Patrik Merk, Deutscher Meister in der Hauptklasse.

Deutscher Vizemeister AK M40, Gregor Latka.

Michael Epp wurde natürlich auch Deutscher Meister der AK M45.

Deutsche Vizemeisterin der AK W50, Sabine Franz.

Deutsche Meisterin der AK W60, Karin Maria Rudolph.

Sie feierte Ihren Sieg richtig!!!


3. in der AK M65 Peter Winkels

Mit einem großen Respekt von mir die ältesten Sieger AK  M75, Deutscher Meister Georg Schneider

Die Deutschen Mannschaftsmeisterinnen, Nordic Walking Team Hohenzollern. Sie brauchten etwas Hilfe um den prall gefüllten Pokal halten zu können. Es war ein graviertes 10l Weizenbierglas.

Die Deutschen Mannschafts-Vizemeister, Team MI-KA Sports

Paul musste sofort die Qualität des Weizens testen.


Es schmeckte ihm anscheinend gut.

Allen MI-KAs schmeckte es.





Nach den Siegerehrungen gab es noch das Mannschaftsfoto und danach machten wir uns nach und nach auf den Weg in unsere Unterkünfte, da einige von uns am nächsten Tag bei der 10K DM starten wollten, auch ich.



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