Montag, 18. Dezember 2017

A new star up in heaven

Hier hatte ich vergangenes Jahr etwa um diese Zeit meiner Schwiegermutter Denkmal gesetzt.
Und heute morgen hat sie ihre müden Augen für immer geschlossen. In diesem Jahr war der Schnitter hier wirklich viel zu aktiv. Erst verstarb  völlig unerwartet mein Cousin 2. Grades, dann Walters Schwester und jetzt mussten wir Mama gehen lassen.

It's all over now. 
Es werden trübe Feiertage ohne sie. Wer wird uns jetzt wie immer fragen:
"Wollt ihr kein Süß?"
Nein, wir essen keine Süßigkeiten.
"Sind aber Printen!"

Die Schokoladentäfelchen für ihren Geschenkkorb hatte ich schon zusammengesucht, ihr Adventskalender liegt (fast) unberührt bei uns im Keller. Sie hatte sich so drüber gefreut, ihn dann aber nicht mehr genießen können.

Unvorstellbar - sie wird mich nie wieder anrufen. Nie wieder in den Arm nehmen und sagen "Lass dich kriegen, mein Mädchen!"

The precious years are gone.
16 Jahre lang hatte sie zu meinem Leben dazu gehört. Von Anfang an war sie "die Mama", war immer da, wenn ich sie gebraucht habe. Sie hat sich immer für unser Leben interessiert, sich auch Sachen angehört, die sie ganz sicher nicht interessiert haben. Tapfer hat sie so vieles ertragen, bis ihr jetzt der schwere Schlaganfall im wahrsten Sinne den Rest gegeben hat. Eine ganze Woche hat sie gekämpft, gegen die Auswirkungen des Schlaganfalls und den Krankenhauskeim. Aber der Kampf war von vornherein aussichtslos gewesen. Zum Schluss war Freund Hein gnädig und sie durfte gehen.

Liebe Mama,
ich habe noch nicht richtig begriffen, dass du nie wieder da sein wirst.
Aber es geht mir wie im Lied von den Toten Hosen


Und so red ich mit dir wie immer,
so als ob es wie früher wär,
so als hätten wir jede Menge Zeit.
Ich spür dich ganz nah hier bei mir
kann deine Stimme im Wind hör’n
und wenn es regnet, weiß ich, dass du manchmal weinst
bis die Sonne scheint,
bis sie wieder scheint.


Heute Nacht habe ich dich im Traum gesehen. Wie bei meinem letzten Besuch bei dir im Krankenhaus lagst du da. Und ich wollte dich umbetten. Du hattest dich erschrocken, bist hochgeschreckt - und warst wieder ganz die Alte.
Ich wünsche dir von ganzem Herzen, dass es dir gut geht, da wo du jetzt bist. Dass du alle deine Lieben wieder triffst, dass du all das wieder machen kannst, was dir die letzten Jahre versagt geblieben ist.

Machs gut, Mama. Ich hab dich lieb. Und danke für das allergrößte Geschenk auf Erden, das du mir machen konntest. Du hast mir Walter geschenkt.

Dein Mädchen.






PS.
"Life's a long lost list of last goodbyes" - natürlich war 2017 nicht nur eine Liste von Verlusten. Aber wirklich viel Gutes hat das Jahr nicht mit sich gebracht. Ich bin sehr sehr wenig gelaufen, Walter hatte mehr Physio als jemals zuvor in seinem Leben und hat mehr geturnt als dass er gewalkt ist. Er war in Roding, zusammen waren wir in Jade und im Centerparc in Limburg, waren wandern, wandern und nochmals wandern - und das wars auch schon.

Ich bin auf jeden Fall froh, wenn das Jahr zu Ende geht. In diesem Sinne. Allen geneigten Lesern eine besinnliche, frohe und schöne (Vor-)Weihnachtszeit und für 2018 alles erdenklich Gute.


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