Donnerstag, 19. Juli 2018

Meine Freundin Lotta, von Sleepwalker

Ein paar Zeilen über meine beste Freundin zu schreiben, das war der Plan. Jetzt sind es schon mehrere Seiten und ich bin immer noch nicht fertig. Deshalb muss ich das ganze ein bisschen besser strukturieren, schließlich möchte ich ihr und unserer Freundschaft gerecht werden.
Als „Gerüst“ habe ich ein Lied unserer beider Lieblings-Liedermacher Reinhard Mey genommen („Flaschenpost“ von Reinhard Mey, erschienen auf dem Album „Flaschenpost“)

Wir hab‘n uns Hollywoodfilme ausgedacht,
Seifenopern voll Sturm und Drang.
Wir hab‘n uns heiser geredet und Pläne gemacht,
Große Gesten, den Weg entlang

Wo lernt man heutzutage Leute kennen? – genau: im Internet. Nette und weniger Nette. Gefährliche und Harmlose. Man kann die Liebe des Lebens ebenso finden wie Freunde fürs Leben.
Lotta – ein Name in einem Forum für Menschen mit einer schwerwiegenden psychischen Störung. 5 Buchstaben und ein kleines Bildchen daneben, in einem endlosen Gewirr von Worten. Angefangen hat es mit einer PN von ihr, in der sie mir alles Gute für die IHK-Prüfung gewünscht hat. Aus Antwort, Gegenantwort und so weiter, sporadischen Chats entwickelte sich Ende 2006 nach und nach eine „PN-Mail-Brief-Freundschaft“. Wir fanden zahllose Gemeinsamkeiten. Aufgewachsen in einer „speziellen“ Familie, Erfahrungen mit Missbrauch und Gewalt, extreme Probleme mit der Mutter, Ess-Störung und Selbstverletzenden Verhaltens bot uns Stoff für seitenlange Mails, PNs und ab Dezember 2007 stundenlange Telefonate.

Ein Freund, so vertraut, wie kein anderer.
Ein Schelm, wie‘ s ihn zweimal nicht gibt.
Ein suchender, unsteter Wanderer.
Ich habe ihn so geliebt.

Nach eher zweifelhaften Erfahrungen, die wir mit Chat-und Forumsbekanntschaften schon gemacht hatten, beschlossen wir, dass das erste Treffen 2008 auf neutralem Boden stattfinden sollte. Auf nicht ganz halber Strecke zwischen Erkelenz und Kiel: in Bremen. Nach dem ersten Beschnuppern am Bahnhof verbrachten trotz Dauerregens einen wunderschönen Tag zusammen mit Picknick, Shoppen und dem gemeinsamen Besuch bei den Bremer Stadtmusikanten. Gemeinsam packten wir den Esel an den Hufen, wünschten uns jeder was – unseres ging in Erfüllung. Mit einem Eis und einem letzten Kaffee bei Subway ging der Tag zu Ende. Eines war aber sicher: das sollte nicht unser letztes Zusammentreffen gewesen sein.
Ostern 2009 verbrachten wir in Kiel. Da war Lotta schon nicht mehr ganz fit. Hatte sie in Bremen schon unter starken Rückenschmerzen gelitten, die sie einfach weggelächelt hatte, merkte man es ihr bei dem Besuch schon deutlicher an. Ich erinnere mich auch noch lebhaft an den Satz „Ich muss mal zum Arzt, ich glaube, da wächst wo was, das da nicht hingehört“.
Trotzdem bereiteten sie und Klaus uns ein super schönes Osterfest mit Eier-Verstecken, Dart-Spielen und endlosen Gesprächen über alles, nichts und jedes.
Schnell war klar: Weihnachten würden wir wieder hinfahren.
Da war Lotta schon krank. Todkrank. Einen Teil des Jahres hatte sie bereits bei einer sehr guten Freundin in Berlin verbracht, mehrere Zyklen Chemotherapie hinter sich gebracht und sie saß zu dem Zeitpunkt schon im Rollstuhl. Stundenlang haben Walter und ich sie quer durch Kiel geschoben. Die Bergstraße runter und hoch, zu C&A, Backwerk, Karstadt, die Holtenauerstraße hoch bis zum Wochenmarkt – die Ostertage waren einfach viel zu schnell vorbei. Bei mir stand im Anschluss an den Urlaub direkt die OP am Bauchnabel an. Lotta, die von Chemo zu Chemo, von Blutabnahme zu Bluttransfusion pilgerte wurde nicht müde, mir die Angst zu nehmen. Sie hörte stundenlang zu, als ich jammerte. Sie selbst habe ich in der ganzen Zeit nicht einmal klagen hören.
Anfang Juni, über Walters Geburtstag fuhren wir ja schon wieder hin. Lotta hatte ihre Zelte in Berlin abgebrochen, war zu Klaus in die eheliche Wohnung zurück gekehrt, wo sie den ganzen Tag alleine war. Umso mehr genossen wir die gemeinsamen Tage (trotz der erbärmlichen Leistung der englischen Mannschaft bei der Fußball-WM…). Wir schauten Fußball, Kinderserien, hörten Reinhard Mey und Genesis, sie lag im Bett, ich bekasperte sie vom Crosstrainer aus, der an ihrem Fußende stand. Immer wieder nickte sie mitten im Satz ein und ich machte mir Sorgen. Immer mehr Sorgen.
Aber trotz allem bereitete sie Walter einen tollen Geburtstag mit selbst gemalten Einladungskarten, Erdbeerkuchen in Herzform und wunderbarem improvisiertem Raclette am Abend. Sie selbst konnte so gut wie nichts essen. Jeden Morgen brachte ich ihr vom Bäcker einen Mozarellataler mit, wenn ich auf meiner Laufrunde an der Förde entlang Brötchen zum Frühstück holte. Wir kaufen kiloweise Erdbeeren vom Stand an der Straße, Aprikosen, Nektarinen, das schönste Obst – und wie haben wir uns gefreut, wenn sie Appetit hatte und eine Handvoll Erdbeeren bei sich behalten konnte! Zu jedem Abend schnibbelten Walter und ich für sie „Krachsalat“ (Eisberg), aber gegessen hat sie kaum was. Einen Tag kutschierten wir quer durch Kiel zu Ikea, wo wir Tränen lachten, als sie sich plötzlich Hasenzähne einsetzte (die hatte sie zur Belustigung aller immer im Geldbeutel) und wir mit Gusto einen Kaffee tranken. Einen Nachmittag zeigte sie uns ihre Instrumentensammlung: eine Querflöte, ein Saxofon, eine Chalimeau und eine Blockflöte und natürlich auch eine Gitarre. Sie zeigte sie uns nicht nur – wir durften auch alles ausprobieren.
Den Ausflug nach Molfsee ins Freiluftmuseum genoss sie ebenso sehr wie wir. Und wie viel Spaß hatten wir zusammen auf dem historischen Karussel! Mit Appetit aß sie ein Käsebrötchen, erzählte voller Leben von ihrer Arbeit (sie war schon sehr lange wegen Erwerbsunfähigkeit berentet) als milchwirtschaftliche Laborantin. In Laboe zeigte sie uns das U-Boot, wir kämpften uns durch „eine steife Brise“ die Promenade entlang und sie hatte Freude an einem Fischbrötchen. Und wir genossen es sehr, ihre Freude an einer Plüsch-Kuh, einem Delfin-Kissen von Tchibo, einer Zip-Off-Hose von C&A, Socken, das wir ihr mal geschickt hatten zu sehen… sie war so positiv!
Und dann der Abschied. Ihr ging es sehr schlecht. Mit einem Eimer am Bett mussten wir sie zurück lassen. Sie hatte sich mit unserem Besuch sehr übernommen, mussten wir einsehen.
Aber sie wollte es so. Keinen Augenblick hat sie gejammert, wenn wir ihrem Rolli über Kopfsteinpflaster schoben, nein – sie hat uns bedauert, dass wir sie schieben „mussten“, so „schwer“ wie ihr (von der Chemotherapie ausgezehrter Körper) sei. Bevor wir mit dem Taxi zum Bahnhof aufbrachen, stand schon der Plan, dass ich den ganzen Dezember bei ihr verbringen würde, Walter dann Weihnachten und Neujahr nachkäme. Im Nieselregen ging es zum Bahnhof. Im Radio lief: „Geboren um zu leben“ von Unheilig. Und wir machten dem Regen Konkurrenz. Mir liefen die Tränen einfach nur so übers Gesicht und auch Walter rang mit der Fassung.

Kein Brief, keine Nachricht, er ruft nicht mehr an
Sie konnte nicht mehr anrufen. Einmal paar Mal haben wir sie noch kurz gesprochen, am Abend nach unserer Heimfahrt.
Am 20.06. startete ich beim Erkelenzer Citylauf, Lotta schickte mir eine PN mit den besten Wünschen. Sie sei so platt, war ein paar Tage in Berlin gewesen (bei ihrer Ärztin, noch einmal Untersuchungsergebnisse abholen). Wünschte alles Gute für den Lauf. Abends schickte ich ihr SMS mit den Ergebnissen, da kam schon keine Antwort mehr. Ich schickte immer wieder SMS, bat um Lebenszeichen. Mitte Juli ging ich eines morgens früh los, einkaufen für ein Care-Paket, wie wir es ihr so oft schon geschickt hatten: ein paar Leckereien, kuschelige Bett-Socken, Tee, Saft, was zum Spielen, eine CD, eine DVD – irgendwas fanden wir immer. Und sie hat sich immer so sehr gefreut. An diesem Tag war ich bei DM, habe schöne weiche Kinderkekse und ein paar Bettsocken gekauft. Zu Hause angekommen blinkte das Telefon. Ein Anruf in Abwesenheit, unbekannter Anrufer. Als hätte ich es gespürt, loggte ich mich in ihrem Forum ein. Neuester Eintrag: Lotta hat keine Schmerzen mehr.
Sie war einfach weg. Und ich war so unendlich traurig.

Und er fehlt mir an manchem Tag.
An manchem Tag, wenn ich den Dünenweg geh,
Denk‘ ich, gleich taucht er aus dem Nebel auf.
Da, die dunkle Gestalt, die ich am Wegende seh,
Die große Gesten macht! Und ich lauf,
Wenn er‘s ist, wird er mich von fern erkennen, darum ist mir nicht bang,
An den offenen Armen,
An der albernen warmen
Mütze und an meinem Gang.
An den offenen Armen,
An der albernen Mütze
Er wird mich erkennen am Gang!
.
Sie fehlt mir schrecklich, auch heute noch. Eigentlich jeden Tag. Bei so vielen Gelegenheiten denke ich an sie. Wenn ich Sachen sehe, die sie mir geschenkt hat, an der Wand hängen Fotos von ihr und so oft fallen uns Sachen ein, die sie gesagt oder getan hat.
Ja, ich bin traurig, dass sie weg ist, aber auch froh, dass ich sie gekannt habe, dankbar für die Zeit, die ich mit ihr verbringen durfte. Aber auch sauer auf ihre Familie. Sie hatte es so oft so schwer im Leben und dann, als sie es endlich geschafft hatte, sich von der Familie zu befreien schlug der Krebs zu. Grausam und unerbittlich. Heute noch habe ich ihre Nachricht auf unserem Anrufbeantworter, die mich immer wieder zum Grinsen unter Tränen bringt: „Ich wollte nur sagen, ich war bei meiner Ärztin. Sie war selber überrascht von den Blutwerten. Ich kann jetzt sagen, ich bin nicht mehr todkrank, nur noch schwer krank!“
Aber der Schein trog. Metastasen in der Leber zwangen sie in die Knie. Sie fiel ins Koma, der Kampf war verloren. Und ich habe sie verloren.
Wirklich? Habe ich sie verloren?
Ohne pathetisch klingen zu wollen: sie schickt mir Zeichen. An der steilsten Stelle der DM-Strecke in Hausen, die ich abends noch für mich in der Dämmerung gelaufen bin, als alle anderen schon bei der Siegerehrung im Zelt waren flatterte plötzlich ein schneeweißer Schmetterling quer über den Weg. Um eine Uhrzeit, zu der Schmetterlinge gar nicht mehr unterwegs sind!  
Beim Volkslauf in Gillrath sprießte mitten im asphaltierten Weg an einem grauen, völlig verregneten Tag eine leuchtend rote Blume.

Und irgendwie ist es ja auch eine schöne Vorstellung: Lotta mit Basecap, ihren grünen Kuh-Birkis an den Füßen, die Plüschkuh und den Delfin neben sich, die Gitarre in der Hand auf einem weißen Wölkchen, wie sie mir zuschaut und mir ab und zu zeigt, dass auch sie mich nicht vergessen hat.






2014

Liebe Lotta,
weißt du noch, vor vier Jahren? Die letzte Fußball-WM? Als ich vor Scham die englische Flagge unter dem Kissen von Klaus versteckt habe? Als ihr extra für mich die super leckeren Mini-Hauchdünn-Knäcke gekauft habt, damit ich zu den Spielen was knabbern konnte?
Weißt du noch, wie wir uns schlapp gelacht hatten, weil wir so super kompetente Kommentare auf Lager hatten, die so gar nicht zu den Spielen passen wollten? Über Frisuren, Figuren, Trikots und Schuhe? 
Schon vier Jahre ist es her. Und Ende des Monats ist es auch schon vier Jahre her, dass wir uns nicht mehr gesehen haben. Es ist aber kein einziger Tag vergangen, an dem ich nicht an dich gedacht habe und dich nicht vermisst habe. Du fehlst mir so. 

ABER 
hab vielen Dank für die kleinen Zeichen, die du mir schickst, 
die mir sagen
DU DENKST AUCH AN MICH:
fast jeden Tag sind da die schönsten Schmetterlinge an meinem Weg
die mir sagen: Guten Morgen, hallo, Guten Abend und 
DAS WIRD SCHON, AUCH WENNS NICHT SO AUSSIEHT

und dann beim Laufen im Urlaub 
da hast du dem ganzen echt die Krone aufgesetzt:
nach 90 Minuten Hausen auf-Hausen ab-Gerenne
kurz vor dem Bahnhof mitten auf der Landstraße 
das Reh, das mir sagte: Hab einen schönen Tag
und Grüße an Walter und ihm Happy Birthday! 

DANKE.





2015

How I wish, how I wish you were here
We're just two lost souls
Swimming in a fish bowl
Year after year
Running over the same old ground
What have we found?
The same old fears
Wish you were here
(Pink Floyd, Wish you were here)


Gestern auf der Autobahn. Ausgerechnet das Lied. Plötzlich war es, als wärst du da. Im Auto. Neben mir auf dem Beifahrersitz. Die Gedanken an dich haben mich wie ein Blitz aus heiterem Himmel getroffen. Aber der Sitz war leer. Du fehlst mir so unendlich. I wish you were here.


2016

Fußball gucken ist einfach nicht das Selbe ohne dich. Also haben wir bei der EM nicht ein einziges Spiel angeschaut. Du fehlst mir. Jeden einzelnen Tag.


2017
Dieses Jahr ohne Worte. Denn eigentlich ist alles schon längst gesagt.

2018
8 Jahre schon, seit wir zusammen WM geguckt haben. Und, nein, es wird nicht leichter. Es wird nur weniger schwer.

Dienstag, 10. Juli 2018

Was will mir der Künstler damit denn sagen?

... oder "Ist das Deutsch oder kann das weg?"

In einem Forum, in dem ich unterwegs bin gibt es eine Rubrik, die sich mit Stilblüten aus dem Internet beschäftigt. Die fing mit der Unsitte an, aus eklig "ecklig", "eckelig" oder ähnliches zu machen, Haken, Hacken, Harken durcheinander zu werfen und naja, wider und wieder sind auch solche immer wiederkehrenden Fehler.

Als begeisterter Grenzgänger und Holland-Einkäufer befasse ich mich ja viel mit der niederländischen Sprache. Ich kann behaupten, sie ganz gut lesen zu können. Verstehen eher weniger und fürs Sprechen bin ich zu feige.

Aber ein Laden für völlig unterschiedliche Artikel (Gartengeräte, Fahrräder, Spielwaren und alles mögliche) schickt alle paar Wochen mit der kostenlosen Sonntagszeitung einen Prospekt, der mir gestern die Lachtränen in die Augen getrieben hat. Hier mal das Schönste aus der Ausgabe vom 18.3. Vielleicht wird hier ja noch eine Serie draus.
Ach ja, nicht, dass das hier falsch verstanden wird. Ich lache NICHT über Fehler in der Übersetzung von niederländisch auf deutsch oder weil jemand der Sprache oder der Rechtschreibung nicht mächtig ist. 
Aber lest selbst:

- Guchen sie auf unserer facebookwebsite, Scannen Sie den QR-code und geh sofort nach unserer Facebookwebsite. 
Aha. RUF MICH AN!!!

- Ein BMX-Fahrrad gibt es in 20 verschiedenen Modellen in verschiedenen Farben und Gröben. 
Ja, ich weiß, außer in Deutschland gibt es nirgends ein ß, aber daraus gleich ein b zu machen? ANARCHIE!

- eine angebotene Fahrradhose gab es inklusive Fensterleder und Träger 
Was das Fensterleder ursprüglich heißen sollte, weiß ich nicht. 

Ebenso die Socken für Sportarten wie 
- Radsport
- Jogging
- Radeln
- Ihrizell


Und mein persönliches Highlight, das mir echt den Rest gegeben hat:
Das Lounge-Dining-Set aus Kunststoff Flechtwerk. Denn das ist komfortabel und einfach zu unterhalten. 
Gott und Walter sind meine Zeugen. Ich habe versucht, mich mit unserem Esstisch zu unterhalten. Es war nicht einfach, nicht mal auf die einfache Frage, wie er sich fühle, bekam ich eine Antwort. Schade. 

In diesem Sinne 
Tot ziens!


23.3.18
In einer Anzeige meiner (ehemaligen) Heimatzeitung:
Jetzt geht es Los!

08.04.18
schön: immer mehr Menschen backen mit Denkelmehl

23.4.
Ein Quell der Freude war dieses Wochenende der Flyer eines Pizzadienstes. Ich frage mich da immer nur: welche Druckerei haut diesen Mist raus? Nicht falsch verstehen, ich mach mich nicht drüber lustig, dass der Verfasser kein deutscher Muttersprachler ist und deshalb Fehler macht. Das ist aber kein Grund, die Sachen auf zwei oder drei verschiedene Arten falsch zu schreiben, nach dem Motto: einmal wird es schon richtig sein.
Fängt schon vorne drauf an: Probieren lohn sich.
Klar, denn der Drehspieß des Ladens ist ein Hackfleisch Spieß.
Aber ist es denn nun Tomatensahnesauce, Tomaten-Sahnesauce oder Tomaten-Sahne-Sauce? Oder vielleicht doch Tomaten und Sahnesauce?
Gefültt oder gefüllt?
Erdinger ist kein Bier. Es gibt nämlich verschiedene Sorten Bier UND Erdinger. Haben auch verschiedene Preise.

Käseüberbacken kannte ich in dieser Form auch noch nicht.
Und ob auf der Pizza nun Drehspieß, Fleisch oder Drehspieß-Fleisch ist, wer weiß? Ist ja auch Sauce, Hollandaise oder Hollandaisesauce drauf. Da lautet das Motto irgendwie: Ich weiß, dass ein Komma reingehört, ich weiß bloß nicht genau, wo.

überbäcken ist halt immer falsch. Genauso wie Hünchen. Zwiebelen ist der kleine Bruder von Pfingesten (letzteres ist aber aus einem Internet-Forum)

20.05.18
Eine neue Folge unserer beliebten Serie.

In diesem Prospekt gibt es unter anderem
- ein dinningset
- Rasenmäher mit grobes grasfangkorb oder grasfrangsack
- einen meißbelhammer

Die Fahrräder haben rädar, es gibt eine Heckenschäre, sowohl Tische als auch Stühle haben Tischbeine, mit der Blumenerde kann man die Beerte bedecken und gerne auch einen breithen Rand lassen. Hach, war mal wieder schön...


10.06.18
- ein Windschirm hält sich allein durch Bestätigungsmaterialien aufrecht, rollt sich aber automatisch ein. Ich sag mal so: kein Wunder...
- was die Fliesbescherpistole im fürfteiligen Kompressor-Set ist - keine Ahnung.
- ist's Freund, ist's Feind? Auf jeden Fall ist das Lounge-Set wartungsfreindlich.
- Die Latzhose ist was für echte Handwerker. Verschiedene Taschen: Oberschenkeltasche, Knietaschen, Gesäßtaschen und eins Zollstock.
- Aber ich bin froh, dass eines der E-Bikes einen einstellbaren Stiel hat.


08.07.2018

- wie schön, die Gartenmöbel sind wattungsfreundlich
- was sind denn Rüchenkissen? Rüschen- oder Rückenkissen?
- Gott sei Dank ist die Professionelle Combi-Leiter ausgezogen länger (anders wäre ja auch doof, oder?)
- die Fahrradreifen haben eine anti-aging Seitenwand
- Beschreibung eines Fahrradträgers fürs Auto: "Mehrere Sachen auf einer stabilen weise transportieren. passt für fast". Aha.
- der Grill ist unendlich unabhängig einstellbar.
- Ich weiß, da kommt ein "h" rein. Irgendwo. Ach, mach zwei draus... sowhohl innen als auch außen verwendbar
aber, lieber Nachbar aus dem Erdgeschoss: in feiern kommt definitiv KEIN h!

und wieder mal aus der Abteilung "da weiß ich echt  nicht, was es eigentlich heißen soll": Bei einer Kraftstation zum Heimgebrauch sind Zehnerzahl bungen möglich.



Samstag, 23. Juni 2018

Lauf mal wieder mit in Schmidt, 17.06.2018


Schon seit einiger Zeit wollte ich bei diesem Lauf mal mitmachen, bisher hatte es aber nicht geklappt und, ganz ehrlich - die Anfahrt ist auch sehr weit. Aber seit ich einen begeisterten Walker in meiner Nähe habe, bieten sich Fahrgemeinschaften zu Wettkämpfen ja praktisch an. Deshalb hieß es am 17.  Juni für uns beide "Lauf mal wieder mit in Schmidt".
Da Schmidt von Erkelenz aus nicht wirklich "umme Ecke" ist, holte er mich schon um 10.30 Uhr ab, obwohl der Start erst um 12.45 Uhr war. Aber das hieß für mich immer noch: ausschlafen, in Ruhe frühstücken und fertig machen. 
Für die Anfahrt brauchten wir fast kein Navi, da es die bekannte Strecke nach Einruhr ist. Erst vor Ort mussten wir das Navi bemühen, da die Wegweiser zum Sportplatz zugewachsen waren und die Veranstaltung selbst nicht ausgeschildert war.
Als Parkplatz musste der Aschenplatz herhalten, die Veranstaltung fand auf dem Rasenplatz statt. Die Startnummernausgabe verlief problemlos und wir konnten uns das großzügige Gelände des TuS Schmidt ansehen und uns nebenher die Siegerehrung der Bambinis anhören. Langsam kamen auch weitere bekannte Walker und es wurde Zeit sich etwas warm zu machen. Dafür nutzen wir die Seiten des Rasenplatzes. Ca. 15 Minuten vor dem Start gingen wir zu Straße, wo zuerst der Start des 4 km Laufes und dann der Start der Walker sein sollte. Es gab noch ein paar Nachmeldungen, somit waren 15 Walker und Nordic-Walker am Start.

Der Start war pünktlich um 12:46 Uhr. Ich setzte mich zusammen mit zwei Walkern vom Start weg etwas ab. Das Tempo war sehr hoch und ich musste sie leider ziehen lassen, denn ich wollte mit noch etwas Kraft zurück behalten für die kommenden Steigungen. Ich war mir sicher dass einige kommen würden, denn Schmidt liegt ja immerhin in der Eifel. Es ging zuerst durch den Ort und über freies Feld. Auf die letzten Läufer des 4k-Laufes kam ich bis auf 50m heran, bevor ich abbiegen musste. Die 10k-Runde ging dann nämlich auf richtig freies Feld und Wald. Der starke Wind machte es mir nicht einfach, meine Stöcke unter Kontrolle zu halten, aber es ging so gerade und kurz drauf, im Wald, hatte ich keine Probleme damit mehr. 
Es kamen auch langsam die ersten Steigungen und ich war froh mir etwas Kraft gespart zu haben. Ich hatte einen Walker im Nacken und wollte ihn etwas auf Distanz halten. Bei 3,5k kam dann der 1. Wasserstand, ich nahm gerne ein paar Schlucke zu mir. Danach ging es auf eine ca 3,5 km lange Schleife mit einer kleinen Steigung und dann wieder zurück zu diesem Wasserstand. Auch dieses Mal tankte ich gerne ein paar Schlucke. Leider verpasste der Streckenposten, dass ein Nordic-Walker kam, da die ersten 10k Läufer aus der anderen Richtung kamen, so ging ich erst einige Meter in die falsche Richtung. 
Der hinter mir liegende Walker rief mir nach und hat auch auf mich gewartet, das nenne ich mal Sportsgeist, es gibt nicht viele die so etwas gemacht hätten! Der Streckenposten entschuldigte sich bei mir und ich tauschte ein paar Worte mit dem Walker und wir walkten gemeinsam weiter eine leichte Steigung hoch. Als ich mir dann sicher war, dass keine Steigungen mehr kommen würden konnte ich dann wieder etwas Tempo machen und musste mir bis zum Ziel keine Reserven mehr lassen. Ich nahm dem Walker auf den letzten 3 km noch über eine Minute ab. Im Zieleinlauf stand Peter Borsdorff, wie immer in der einen Hand den Spendenschuh und in der anderen die Kamera. Er machte wie gewohnt von jedem Läufer Bilder machte, egal ob er was gespendet hat oder nicht. Aber natürlich bekam er von mir wieder einen Obolus. 

Das Ziel erreichte ich nach genau 10,8 km in 1:24:04 h, womit ich sehr zufrieden war. Es war ja erst mein 2. Wettkampf in diesem Jahr. Ich wurde 2. bei den Herren und 1. Nordic-Walker im Ziel.
Im Ziel gab es Wasser, Tee und Äpfel. Nachdem der letzte Walker ins Ziel eingelaufen war, gingen mein Bekannter und ich einen Kaffee trinken. Die Siegerehrung fand sehr zügig statt (nur ca. 30 Minuten nachdem der letzte Walker die Ziellinie überquert hatte). Als Preise gab es für die Damen einen Blumenstrauß und für alle eine kleine Präsenttasche eines örtlichen Feinkostladens.

Wir führten noch einige interessant und angeregte Gespräche bevor wir uns auf dem Heimweg machten. Mein Bekannter wollte unbedingt noch das WM Spiel Deutschland anschauen.
Insgesamt ein sehr schöner Lauf, fast perfekt organisiert. Leider für Ortsunkundige durch die zugewachsenen Hinweisschilder etwas schlecht zu finden. Alle Ordner auf der Strecke waren freundlich und zuvorkommend und mit Eifer bei der Sache, das hat man auch nicht immer. Die Strecke war sehr gut ausgeschildert und kilometriert.

Ein extra Schmankerl an der Strecke will ich nicht unerwähnt lassen. Unter jedem Kilometerschild waren Schilder mit sehr launigen Sprüchen angebracht. So hatte zumindest ich immer wieder ein Lächeln im Gesicht. Eine sehr schöne Idee des TuS Schmidt!
Leider bestand die Strecke zum überwiegenden Teil aus Asphalt und nur zu ca. 30 % aus Waldwegen. Trotzdem gibt es von mir für diesen schönen Lauf volle 10 Stöcke. Ich komme gerne wieder.

Die schönen Bilder wurden mir freundlicherweise von Peter Borsdorff und von Bianca Wergen vom TuS Schmidt zur Verfügung gestellt.



Vielen Dank an Bianca Wergen vom TuS Schmidt für die 2 Bilder.



Vielen Dank an Peter Borsdorff für diese 3 Bilder.

Dat Sleepie und der kleine Japaner

Na, was ist denn hier los? Sportlich gesehen ist es um dat Sleep echt ruhig geworden. Wie kommt das denn? Ist dat Sleepie denn faul und unsportlich geworden?
Naja, ein bisschen. Vielleicht. Oder, hmm. Oder krank. Jepp, dat Sleepie hat ein Problem mit der Schilddrüse. Da knabbert ein kleiner Japaner namens Hashimoto dran rum und hat auch schon auf der linken Seite einen großen Teil aufgefuttert. Deshalb futtert das Sleep jetzt Medikamente und hofft auf (noch mehr) Besserung.
Denn:
Dat Sleep konnte nicht schlafen aber auch nicht wach sein, war müde, gereizt, traurig, voller Selbsthass und wollte am liebsten schon morgens vom Balkon springen. Oder so: morgens fand ich mich mies. Mittags sch... also richtig übel und abends wollte ich eigentlich nur noch tot sein. Und das ging, ja, wie lange? hmm, drei Jahre lang so? Lebensqualität für mich gleich null, damit auch für Walter gleich auch nicht wirklich viel. Dazu passten mir meine Klamotten plötzlich nicht mehr, obwohl ich eigentlich nichts anders mache, als vorher (massig Sport und so). Ich hatte reichlich Wasser in den Beinen, das konnte man sehen und fühlen (vor allem auf dem Schienbein, an den Sprunggelenken und über den Knöcheln).
Wer mich kennt, der weiß, dass Besuche bei Ärzten egal welcher Fachrichtung ein Horror für mich sind. Und dann das: ich beschloss im Februar, dass der Leidensdruck groß genug sei, um meinen Hausarzt aufzusuchen. Dieser Besuch bescherte mir einiges:
Wut, Frustration und Enttäuschung - und inzwischen eine neue Hausärztin.
Langsam kann ich echt nachvollziehen, wieso so viele in meinem persönlichen Umfeld so große Probleme mit Ärzten haben. Ich hab mich ja bislang von Medizinern so gut wie möglich fern gehalten, daher kannte ich das Problem nicht.
Natürlich führte mich mein Weg zur (richtigen) Diagnose zu allererst zum meinem (inzwischen ex-) Hausarzt. Meiner Ansicht nach waren die Ödeme ja ziemlich ausgeprägt, natürlich aber abends mehr als morgens. Aber nachdem ich (trotz der Aussage der Arzthelferin "Kommen Sie in 2 Stunden vorbei") über eine Stunde im Flur der Praxis rumgestanden habe und die Ödeme deutlich sichtbar waren, sagt der Mann mir: "Da ist NICHTS!". Was veranlasst ihn zu der Aussage? Er nimmt ein Maßband zur Hand, vermisst meine Knöchel (wohlgemerkt ca einen Fingerbreit UNTER dem Ödem und knapp ÜBER dem deutlich sichtbaren Abdruck des Sockenrandes!
Alles andere, was ich zu sagen hatte, hat ihn nicht interessiert. Weder, dass ich ab der Halbmarathon-Distanz (ca 25km) und bei hohen Temperaturen übelste Anstrengungspurpura bekomme, noch die Gewichtszunahme, noch die Depressionen noch noch noch. Er verwies mich auf einen späteren Termin zum Check-up, "notfallmäßig hätte ich in der Praxis nichts zu suchen"

Dafür nahm er Blut ab. Ich bat ihn um die Werte für Vitamin D3, TSH, fT3, fT4. Bekommen habe ich: TSH. Und einen unerklärlich hohen Leberwert. Und eine Überweisung zum Gefäßchirurgen und zum ALLERGOLOGEN!!! Und ich solle unbedingt zum Frauenarzt gehen. Ja, genau, hab ich ganz vergessen. Er ist echt versessen auf Früh-Erkennungs-Untersuchungen aller Art. Er nennt es natürlich fälschlicherweise VORSORGE. FALSCH!!!
Ach ja, mangelnde Sorgfalt kann man ihm ja wirklich nicht vorwerfen. Er machte einen Test auf THROMBOSE! Also echt, hätte ich eine Thrombose gehabt, das hätte DAS HÄTTE ICH AUCH SO GEMERKT!

Also das war dann mal ein Griff ins Klo.

Also machte ich einen Termin beim Gefäßchirurgen, den ich ich Aachen auch sehr schnell bekommen habe. Der Arzt dort machte einen kompetenten und netten Eindruck, machte einen Ultraschall der Beinvenen und fand nichts. Und vergangene Woche bekam ich (nach nur 3 Monaten und dreimal Anmahnen!) seinen schriftlichen Befund, in dem steht, dass er nicht nur nichts gefunden hat, sondern auch gar keine Ödeme vorhanden gewesen seien! SUBJEKTIVES ÖDEM-EMPFINDEN!
Und das, obwohl ich auch da deutlich tastbare Ödeme auf den Schienbeinen hatte! Er hat nichts getastet, nur angeschaut und geschallt und schreibt mir dann, Stemmersche Zeichen seien negativ. Keine Ahnung, wie er das festgestellt hat. Wohl nach Augenschein. Denn geprüft hat er sie NICHT!
Jungs. Mal zumVerständnis: auch wenn jemand schlanke Beine hat, sind die vielleicht unter dem Ödem NOCH SCHLANKER!

Daher beschloss ich , selbst die Initiative zu ergreifen und bin zum Endokrinologen. Der stellte dann im März eine Hashimoto-Thyreoditis fest, eine Unterfunktion der Schilddrüse ausgelöst durch eine Auto-Immunerkrankung, bei der die Schilddrüse sich entzündet und dann nach und nach praktisch "aufgefressen" wird. Auf jeden Fall ist sie dann weg. Dafür dachte der rechte Teil meiner Schilddrüse, er müsse doppelt so viel arbeiten, also doppelt so groß werden - Struma. Klingt besser als Kropf, aber ist das selbe. Wenigstens nicht sehr groß und vor allem wächst er nicht (oder noch  nicht?) in Richtung Luft- oder Speiseröhre und macht dann wirklich Probleme. Sieht im Moment auf jeden Fall so aus, als wäre ich noch rechtzeitig zu einem Arzt gegangen, der sich damit auskennt.
Für die Fachmänner und -frauen unter den geneigten Lesern: mein TSH war nach den neuen Grenzwerten fast um 100% erhöht, selbst stimuliert war er bescheiden (ließ sich kaum stimulieren), die Schilddrüse hat Knoten, dazu ist sie - wie gesagt - links sehr klein, rechts echoarm-inhomogen vergrößert. Und was sagt mein (ex-) Hausarzt dazu: naja, latente Unterfunktion. LATENT??? Vielleicht sollte ich ihm den Befund mal erklären bevor er versucht, ihn mir zu erklären? Latent heißt ja: ist da, aber nicht wirklich zu spüren. NICHT ZU SPÜREN? Dazu ein eklatanter Vitamin D3 Mangel? LATENT??? Ich könnte mich ja schon wieder aufregen.

17 Kilo mehr auf den Rippen. Ständig müde. Ständig traurig. Antriebslos. Stimmt. Das war alles gar nicht wirklich zu spüren. Ich kannte mich ja selbst nicht mehr. Konnte aus dem Stegreif in Tränen ausbrechen, nichts machte mir mehr Spaß, nicht mal mehr das Laufen. Hätte er mir mal zugehört oder einen Blick in meine Akte geworden. Nein, hat er nicht. Er hat mich als jemanden hingestellt, der seinen kostbaren Platz im Wartezimmer belegt, als jemanden, der kein anderes Hobby als Arztbesuche hat. Dafür hat er mich aber angepflaumt, weil ich nicht regelmäßig zu Vorsorgeuntersuchungen (Frauenarzt, Check-up usw) gehe. VORSORGE GIBT ES NICHT! Vor allem nicht bei Krebs. Nur FRÜHERKENNUNG! Sollte er doch wissen, oder? Genauso wie er wissen sollte, dass ich mit meiner Vergangenheit und meiner Vorbelastung manche Untersuchungen nicht oder nur im äußersten Notfall machen lasse? Steht doch alles in der Akte!
Hätte er  mich mal einfach ernstgenommen, dann... ach. Tempi passati. An einem Dienstag nahm ich die ersten 50 Microgramm Thyroxin und am Samstag drauf musste ich das erste Mal seit langem so sehr lachen, dass mir die Lachtränen übers Gesicht liefen. Dann steigerte ich auf 100 Microgramm und inzwischen habe ich auch wieder angefangen zu laufen, wir waren schon ein paarmal 10 Kilometer und mehr wandern. Ich bin viel fitter (nur noch Mittagsschlaf und keine drei bis vier Nickerchen über Tag mehr!), wacher, konzentrierter, motivierter und so unfassbar kreativ! Hoffentlich bleibt es so. Denn so, wie ich jetzt bin, kenne ich mich wieder. Und andere kennen mich so auch!

Und ich bin schon dreimal gelaufen! Nach über 6 Monaten Pause! Zweimal 8km und einmal 16km! Es läuft.

Als nächsten Akt in diesem Drama habe ich mir also einen neuen Hausarzt gesucht, gefunden, schnell einen Termin bekommtn (man vergleiche: bei meinem alten Hausarzt Wartezeit auf einen Check-Up 3 Monate, bei meiner neuen Praxis 3 WOCHEN). Die Ärztin hat bei der ersten Untersuchung den Sockenrand gesehen, die Verfärbungen an meinen Waden bemerkt und mich dann zum Check-Up gebeten.
Rausgekommen ist beim Check auch nichts, aber ich hatte die Gewissheit, dass alles Menschenmögliche untersucht worden ist. Herz, Nieren, Leber (ja, auch die ist in Ordnung!), Galle, Durchblutung (dieses Mal komplett, denn tatsächlich, dazu gehören auch die ARTERIEN!!!)
Jetzt warte ich drauf, dass mich mein ehemaliger Hausarzt anruft und meinen Befund vom Endokrinologen mit mir durchsprechen will. Aber echt - ich hab keine Zeit, den ihm zu erklären.

Freitag, 22. Juni 2018

Romy Fölck - Totenweg

Am liebsten lese ich im Wartezimmer von Ärzten E-Books. Und da ich in letzter Zeit mehr Zeit in Wartezimmern verbracht habe als jemals zuvor in meinem Leben, habe ich auch eine Menge gelesen. Gestern: Totenweg von Romy Fölck.
Vorweg: ich fand das Buch super. Es war spannend, man bekam Einblicke in völlig unterschiedliche Charaktere und die verschiedenen Beziehungen, Verflechtungen von Vergangenheit und Gegenwart, Freundschaft, Liebe, Feindschaft, Bewunderung, Kungelei und Korruption, Erpressung, Geldgier  - und das alles rund um den Apfelhof der Familie Paulsen.
Frida Paulsen, Kommissar-Anwärterin kurz vor der Prüfung an der Polizei-Akademie wird von ihrer Vergangenheit eingeholt. Ihr Vater, Apfelbauer Fridtjof Paulsen wurde niedergeschlagen und schwer verletzt. Dies bringt Frida (endlich mal) dazu, wieder in die Elbmarsch, ihre alte Heimat zu fahren. Und ausgerechnet Bjarne Haverkorn ist der ermittelnde Kommissar. Die beiden sind alte Bekannte. Verbunden durch einen alten, ungeklärten Fall. Vor 20 Jahren wurde Fridas Freundin Marit erdrosselt und Frida hatte ihre Leiche gefunden.
Der Leser spürt schnell, dass Gegenwart und Vergangenheit etwas miteinander zu tun zu haben und dass die Charaktere mehr verbindet als nur die Arbeit.
Die berufliche, private, gegenwärtige und vergangene Ebene wird im Buch gekonnt und extrem lesenswert verflochten. Kurz gesagt: das Buch hat mich gefesselt und begeistert. Von der ersten bis zur letzten Seite.
Dazu spielt es in einer Landschaft, die ich sehr gerne mag. Was will ich mehr? Dass der zweite Teil endlich erscheint (Erscheinungsdatum: Diesen Herbst!!! Hab ich schon mal vorgemerkt.)
Klare Lese-Empfehlung!

Sonntag, 10. Juni 2018

Das Ende meiner Welt von Charity Norman

Ich hab gestern "Das Ende meiner Welt" von Charity Norman gelesen.
Ich muss sagen: es hat mich von der ersten bis kurz vor die letzte Seite gefesselt. Liegt unter anderem daran, dass es im Heute anfängt und dann die zurückliegenden fünf Jahre rückwärts aufrollt. Also, es fängt praktisch mit dem Schluss an und das aber so wischi-waschi, dass man das Buch komplett durchlesen muss, um mithilfe des Schlusses den Anfang verstehen zu können.

Der Klappentext sagt Folgendes:
"Holzhütten liegen verträumt im Sonnenschein, Ziegen weiden am Ufer eines plätschernden Sees. Nicht ein einziger von Menschen gemachter Laut ist zu hören, nur das ferne Glucksen eines Flusses, das Trillern und Pfeifen von Vögeln.
Ein Paradies.
Oder auch nicht ..."

Es sollte nur eine kurze Auszeit in Neuseeland sein. Doch dann entdeckt die Studentin Cassy das Paradies auf Erden: ein idyllisches Tal am Lake Tarawera, weitab jeder Zivilisation. Hier führen die Menschen ein friedliches und nachhaltiges Leben, und alle sind zutiefst glücklich. Cassy lässt sich immer mehr auf die Gemeinschaft ein und entfernt sich dabei Stück für Stück von ihrer Vergangenheit. Als ihre Familie bemerkt, dass sie Cassy an eine zerstörerische Sekte zu verlieren droht, ist es bereits zu spät -

Aber das Buch ist mehr als ein Krimi-Psycho-Sekten-Drama. Es bietet tiefe Einblicke in beide Seiten der Geschichte: das Leben der von Cassy in der Sekte und auf Gethsemane und wie das Leben ihrer Eltern außerhalb in den fünf Jahren weitergeht, denn, obwohl es sich offensichtlich für Cassy nicht so anfühlt: es gibt ein Leben außerhalb und es geht tatsächlich weiter!
Gespickt ist das Buch mit einer Art "Handbuch für Sektenführer", von einem fiktiven Anthropologen verfasst, aber durchaus plausibel und interessant - und gruselig. Denn die Regeln in diesem Handbuch sind simpel und logisch - und tatsächlich könnte jeder in die Fänge einer solchen Welt-Untergangs-Sekte geraten.

Ganz klare Lese-Empfehlung!

Dienstag, 22. Mai 2018

Klosterroute rund um Heimbach

Schönes Wetter, langes Wochenende - Schuhe schnüren - los gehts!
Deshalb haben sich das Männchen und ich auf den Weg nach Heimbach gemacht, um dort endlich mal zum Kloster Mariawald zu wandern - so lange es das Kloster als solches noch gibt!
Geparkt haben wir am Parkplatz beim Minigolfplatz. Von da ist es ein Katzensprung zum Nationalpark-Tor im Bahnhof, wo es neben reichlich Literatur zur Region (Wanderkarten, Veranstaltungskalender, Eifel-Krimis) auch eine kostenlose öffentliche Toilette gibt.
Nach diesem Boxen-Stopp gings entlang des Stausees weiter. Der Weg ist zwar sehr uneben (Natur halt) aber auch sehr schön. Und wenn man gut zu Fuß ist, ist er auch kein Problem. Ein Teil des Weges führt über Holz-Stege, einer davon ist ganz neu und sehr schön und aufwändig gearbeitet.
Nachdem man die Staumauer beim Wasserkraftwerk überquert hat, geht es noch eine Weile eben im Tal weiter, dann geht es los: eine Steigung von rund 360 Höhenmetern auf knapp 2 Kilometern, das schlaucht ganz schön! Aber wenn man oben ist, weiß man: es hat sich gelohnt.
Die Klosteranlage ist sehr schön, die Kirche ist wirklich ein Ort der Ruhe und vermutlich ist die Erbsensuppe so gut, wie man überall lesen kann (wir haben sie nicht probiert). Und ja, einen Ort der Ruhe braucht man rund um Heimbach auch, denn man kann es nicht anders sagen: die Motorradfahrer sind eine Plage. Nein, stimmt nicht, so darf man es nicht pauschalisieren. Nicht alle rasen, lassen die Motoren heulen und nerven. Aber leider sehr viele. Schade.
Und so sind wir dann auch zügig wieder vom Kloster über den Kreuzweg bergab gewandert, denn auf dem Parkplatz auf dem Gelände waren sehr viele Motorräder mit leider zum Teil sehr unvernünftigen Fahrern  (worin liegt der Sinn, im Stand auf dem Parkplatz den Motor zwei Minuten lang heulen zu lassen? Ich weiß es nicht!) Der Wanderweg führt quer durch den Wald, da hat man (abgesehen von ein Paar einzelnen Mountainbikern) seine Ruhe.
Nach einem kurzen Abstecher zur Burg Hengebach gingen wir dann zurück zum Bahnhof für einen kurzen Boxenstopp und die neueste Ausgabe der Eifelzeitung samt Veranstaltungskalender für den Rest des (Wander-) Jahres. Und dann haben wir es uns noch bei einem Kaffee in der Sonne gemütlich gemacht und Vitamin D3 getankt 😏bei meinem eklatanten Mangel kein Fehler.

Und hier noch ein paar Fakten zu Heimbach, dem Kloster Mariawald und unserer Wanderung:


Heimbach liegt im Tal der Rur am Stausee Heimbach. Heimbach selbst ist ein anerkannter Luftkurort, vermutlich ist deshalb die Ortsdurchfahrt auch für Motorradfahrer gesperrt. Heimbach hat außer den schönen Wanderwegen entlang der Talsperre und durch die Wälder, noch das Wasserkraftwerk (heute auch ein Verantaltungsort für Konzerte, aber auch als Kraftwerk noch in Betrieb),  das Wasser-Info-Zentrum und natürlich das National-Park-Tor im Bahnhof. Das Kloster Mariawald ist natürlich auch ein touristischer Anziehungspunkt. Vermutlich aber eher wegen der Erbsensuppe und des Trappisten-Bieres, als wegen der spirituellen Umgebung. In diesem Jahr wurde das Ende des einzigen Männer-Trappistenklosters beschlossen, da zu es zu wenige Mönche beherbergte (um eine selbstständige Abtei sein zu können, braucht es mindestens 12 Mönche). Im Lauf des Jahres wird das Kloster geschlossen, die Anlage soll verkauft werden. Was dann draus wird, ist noch unklar (das ist zumindest mein Wissensstand).
Unsere Wanderung ist wegen der ziemlich heftigen Steigung nur für fitte Wandersleut' geeignet, für Kinderwagen, Rollstühle und Rollatoren wegen der Unebenheiten der Wege nicht. Unsere Route war knapp 10km lang, perfekt ausgeschildert mit der 49 und daher super leicht zu finden, das haben wir andernorts auch schon anders erlebt!
Daher von mir 10 Wanderstöcke für diese Tour, gerne mal wieder!




Das Wasserkraftwerk am Stausee Heimbach

Stausee Heimbach

Die Aussicht auf das Kloster Mariawald vom Soldatenfriedhof aus
Die Klosterkirche von Mariawald 
Sturmschäden entlang des Weges, der aber komplett begehbar und aufgeräumt ist

Burg Hengebach


Aussicht vom Wehrgang von Burg Hengebach ins Rur-Tal

Und die Aussicht vom Wehrgang in die andere Richtung


Aussicht von der Burg auf eine Pachtgarten-Anlage